Was hat Ernährung eigentlich mit Selbstliebe zu tun?

Beim Thema Ernährung scheiden sich die Geister. Ich glaube es gibt kaum ein Thema, das mehr diskutiert wird als dieses. Für die einen Bedeutung Ernährung schlicht nur, essen um satt zu werden und welche Lebensmittel satt machen, sind per se nicht wichtig. Andere wiederum machen eine kleine Philosophie aus ihrer Ernährung. Ganz oft beginnen wir erst uns Gedanken um unsere Ernährung zu machen, wenn unser Körper uns dazu zwingt. Wenn erhöhte Cholesterinwerte festgestellt wurden, ein Mangel an Vitaminen- oder Nährstoffen oder vielleicht sogar Diabetes diagnostiziert wurde. Erst dann, wenn unser Körper uns ein klares Stoppzeichen sendet, beginnen wir uns Gedanken darüber zu machen, was wir eigentlich den ganzen Tag essen.


Vertraue auf Deinen Körper

Wenn wir genau hinhören, können wir schon viel früher erkennen, was unserem Körper fehlt und was er zuviel bekommt. Unser Körper weiß sehr genau was gut für ihn ist. Leider haben wir verlernt genau hinzuhören und müssen uns dieses Wissen erst wieder aneignen. Es gab eine Zeit in meinem Leben, da fühlte ich mich zu dick und begann mich mit Diäten zu beschäftigen. Versuchte Low Carb und Intervallfasten und diverse andere Dinge. Alles mit dem Ergebnis, dass ich mich die ganze Zeit schlecht fühlte und sich rein gar nix mit meinem Gewicht verändert hat. In dieser Zeit stieß ich auf verschiedene Artikel und Bücher zum Thema intuitive Essen. Das Thema faszinierte mich mehr und mehr. Im Groben geht es darum, dass unser Körper genau weiß welche Nahrungsmittel er braucht und wir müssen, genau darauf zu vertrauen. Wenn Du Dir mal überlegst welche Nahrungsmittel Du im Sommer intuitiv gerne ißt, wird sehr wahrscheinlich als Antwort, sowas wiee Melone, Gurken und Tomaten kommen. Unser Körper verliert, gerade wenn es sehr heiß ist, Flüssigkeit und diese führen wir uns intuitiv durch Nahrungsmittel mit einem hohen Wassergehalt wieder zu. Genauso im Winter, was ißt Du in dieser Jahreszeit gerne? Oft sind es Eintöpfe mit viel Gemüse. Unser Körper braucht die Wärme der Suppen oder Eintöpfe um, die Kälte im Außen ausgleichen zu können und die Nährstoffe des Gemüses um gesund durch die dunkle Jahreszeit zu kommen. Genauso wie wir jahreszeitenbezogen besondere Vorlieben haben, können wir jeden Tag in uns hinein spüren, was der Körper braucht. Du wirst erstaunt sein, welche Lebensmittel Dich besonders anziehen und welche Du plötzlich gar nicht mehr magst.


Bodypositivity

Die Frage ist auch immer, warum Du überhaupt eine Diät machen möchtest. Ist es wirklich, weil Du Dich in Deinem Körper nicht mehr wohl fühlst oder vielleicht doch weil Du einem Idealbild entsprechen möchtest? Jeder Körper ist schön, so wie er ist. Wir müssen lernen unseren Körper so zu liebe und zu akzeptieren wie er ist. Die Werbe- und Modeindustrie gaukelt uns täglich ein falsches Idealbild vor. Wenn Du Dich mal im Schwimmbad umschaust, wirst Du ziemlich schnell feststellen, dass die wenigsten Körper diesem Idealbild entsprechen. Die wenigsten sind gertenschlank und haben Modelmaße. Die meisten Frauen haben vollkommen normale Körper, sind weder zu dick noch zu dünn. Ich kann Euch den Film Embrace yourself nur wärmstens ans Herz legen um einen anderen Blick auf den eigenen Körper zu bekommen. Ganz oft machen wir Diäten weil wir einem Idealbild entsprechen wollen, nicht weil wir uns wirklich unwohl in unserem Körper fühlen. Vielleicht verkneifst Du Dir das Stück Schokolade weil Du Angst vor den Kalorien hast. Dein Kopf beschäftigt sich aber verdammt lange mit diesem Stück Schokolade, auch wenn Du es geschafft hast, das Stückchen nicht zu essen, drehen sich Deine Gedanken noch eine ganze Weile darum. Viel spannender als sich das Stück Schokolade zu verbieten wäre die Frage, warum Du genau jetzt Lust darauf hast? Die Frage führt weg vom Körperbild und hin zum wahrnehmen der tatsächlichen Bedürfnisse.


Jeder Körper altert

Unsere Körper sehen nicht mehr so aus wie mit 20 Jahren. Vielleicht hat Dein Körper Dich durch eine Schwangerschaft getragen, vielleicht ist die eine oder andere Narbe zu sehen, vielleicht das erste graue Haar oder die ersten Fältchen. Der Körper wird weicher mit den Jahren und das gehört dazu. Auch wenn wir in der Gesellschaft gerne dem Jugendwahn verfallen, so können wir die Zeichen der Zeit eben doch nicht wirklich aufhalten. Jede Lachfalte in meinem Gesicht zeugt davon, dass sich gerne und viel lache. Jeder Schwangerschaftsstreifen davon, dass in mir ein neues Leben entstanden ist. Wie wäre es, wenn wir unseren Körper als das sehen was er ist - ein Wunderwerk. Unser Körper verzeiht uns so viele Fehlschläge, er heilt Wunden, er erneuert Zellen, er trägt uns durchs Leben. Wie wäre es, wenn wir aufhören uns über die Zeichen des Alterns zu ärgern und stattdessen diese Zeichen feiern, weil sie dazu gehören und weil sie zeigen, dass wir leben und gelebt haben. Gibt es nicht wichtigeres als graue Haare und Falten?


Ernährung und Selbstliebe

Nahrung ist nicht nur Nahrung für den Körper sondern auch Nahrung für die Seele. Wenn wir vollkommen bei uns sind, unseren Körper so annehmen wie er ist und darauf vertrauen, dass er weiß was gut und richtig für ihn ist, dann sind wir in der Selbstliebe. Dann ist es uns herzlich egal ob wir einem Idealbild entsprechen, dann ist es uns herzlich egal, ob wir das Stück Schokolade essen oder eben nicht. Dann ist es egal, ob die richtige Ernährung für uns bedeutet vegan zu essen, vegetarisch oder flexitarisch, dann ist es egal was andere denken, denn dann weißt Du ganz genau was Deinem Körper gut tut und das ist das Einzige was zählt. Genau dann spüren wir nämlich, dass wir gut sind so wir sind, das wir nichts verändern müssen an uns, außer unsere Gedanken zu uns selbst.



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